Felix der Pfeyffer - Mittelalterliche Musik - Drehleier & Sackpfeife
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Sackpfeife & Drehleier -
Die Instrumente des Pfeyffers


-->Sackpfeife
-->Drehleier


Die Sackpfeife

Eine Sackpfeife ist das selbe wie ein Dudelsack -
das Wort "Dudelsack" existiert allerdings erst seit dem 18. Jahrhundert,
daher bezeichnet man historische Dudelsäcke als Sackpfeifen.
"Sackpfeife" entspricht übrigens wörtlich der englischen (und schottischen!) Bezeichnung "Bagpipe"!
Büdingen um das Jahr 0

Bitte zur Erläuterung Maus über die Schriftrolle des Engels und die Personen bewegen RUHE DA UNTEN! Könnt ihr nicht Flöte spielen wie eure Kollegen in Bethlehem?! The Fallen Piper? Auch das noch, bloß wegen der Nervensäge! Und ich hab immer gesagt, dass das nochmal Ärger gibt! DAS nenn ich mal himmlischen Beistand! Ich weiß ja, dass das laut ist... er könnts mir aber einfach auch sagen anstatt gleich mit ner Riesen-Schriftrolle zu kommen!

Bei Dudelsack denken viele zunächst automatisch an - (NEIN, nicht an möglichst grausame Folter-
und Hinrichtungsmethoden, Schweine, die geschlachtet werden und ähnliches (ok, vielleicht auch)) -
das karierteste Land der Welt - Schottland!
Ist auch völlig logisch, nirgends sonst wird heutzutage so viel Dudelsack gespielt wie dort.
Eine schottische Erfindung ist der Dudelsack jedoch keineswegs!
Er stammt wahrscheinlich aus dem asiatischen Raum, ist wohl schon über 3000 Jahre alt
und war früher so ziemlich überall auf dieser flachen Erdenscheibe, von China bis Afrika, zu finden.

Der erste Beleg für Dudelsäcke in deutschen Landen stammt aus dem 12. Jahrhundert,
und bis in´s 19. Jahrhundert hinein waren Dudelsäcke hier keine Seltenheit.

Isses Felix?!?

Dudelsack spielen wurde weder allgemein verboten, noch wurden alle Dudelsackspieler nach Schottland verbannt,
es ist schlicht und einfach langsam ausgestorben.
Ein Dudelsack (kann) wunderschön klingen, ist ein tolles Instrument,
man kommt ohne Strom gegen eine E-Gitarre an...
allerdings ist die Musik die man damit machen kann recht begrenzt:
Sie sind in aller Regel auf ein, zwei Tonarten beschränkt.
Zum anderen ist der Tonumfang der meisten Dudelsäcke sehr gering,
was die Zahl der damit spielbaren Stück wiederum einschränkt.

Als die Musik von der Rennaissance über Barock und Klassik immer komplizierter wurde (Bach, Mozart etc.,
auf dem Dudelsack relativ unspielbar...) wurden einfache Instrumente, die vorher auch an den Höfen
gefragt waren, zunächst zurückgedrängt und nur noch als Volksinstrument genutzt,
bis sie dann später (in Deutschland etwa im 19. Jahrhundert) fast völlig ausstarben.

In vielen Gegenden überlebten sie jedoch, vorwiegend da, wo volkstümliche Musik weiterhin eine Rolle spielte.
Neben Schottland werden Dudelsäcke nach wie vor zum Beispiel in der wunderschönen Bretagne, in Irland,
in Polen, in Schweden - und - hier gespielt.

Es gibt sehr viele verschiede Arten von Dudelsäcken, die bekannteste dürfte die
Great Highland Bagpipe, die primäre Kriegswaffe der Schotten sein.
Die verschiedenen Arten untescheiden sich durch verschiedenen Klang, verschiedene Anzahl
der Pfeifen, verschiedene Rohrblätter (Erklärung später), Verzierungen, Tonarten, Griffweisen etc.
Unter der gewaltigen Vielfalt gibt es sogar -im Ernst- leise Dudelsäcke!!! :-0
(Z.B. sogenannte Hümmelchen, die etwa so laut sind wie eine Blockflöte)

Von der Funktionsweise her sind sich jedoch alle Dudelsäcke gleich:

Anblasrohr Sack Spielpfeife/Chanter Bordun/Drone
Deuten Sie mit der Maus auf eines der Teile, um dessen Namen zu sehen


Man nehme einen Sack aus Leder, Darm, Plastik oder was auch immer und dichte ihn möglichst gut ab.
Um ihn mit Luft zu füllen, befestige man ein Rohr mit Rückblasklappe (damit einem die Luft
nicht gleich wieder entgegenkommt) oder auch, wie die Iren, einen Blasebalg daran.
Nun befestige man eine Flöte/Pfeife (Spielpfeife), in der Regel eine Schalmei, eine Vorgängerin der Oboe,

an dem Sack. Der Unterschied zu einer Blockflöte oder ähnlichen Insrumenten ist das Rohrblatt, das hier den Ton erzeugt,
entweder ein doppeltes (lauter)  Doppelrohrblatt
oder ein einfaches (leiser). Einfachrohrblatt

Damit wäre der Dudelsack an sich spielfähig! Man blase den Sack auf, drücke dann mit dem Arm darauf,
auf der Spielpfeife kann man dann eine Melodie spielen. Es gibt auch Dudelsäcke mit zwei
Spielpfeifen, diese sind aber sehr selten.

Die meisten Dudelsäcke haben stattdessen sogenannten Bordunen.
Das sind Pfeifen, die immer den selben Ton erzeugen und das so charakteristische Brummen im Hintergrund
erzeugen. Der oben abgebildete Dudelsack hat nur eine, schottische Bagpipes haben gleich drei davon!

Wer jetzt immer noch nicht genug hat, dem empfehle ich unter folgenden beiden Links mal nachzusehen!

www.sackpfeifen.de/deutschsack/dudel1.htm

www.sackpfeifenclub.org/ssc1.php

Ich spiele eine mittelalterliche Sackpfeife, also einen Nachbau von dem, wie Dudelsäcke
im Mittelalter mal ausgesehen haben könnten. (siehe Bild oben)
Gebaut wurde sie von Ralf Späth aus dem Taunus, der seine Pfeifen auf
www.mittelalterbedarf.de
verkauft.

Northern France or Flanders Der Pfeyffer?!? Ist sie nicht süß?

Was alles historisch genau ist kann wohl niemand mit Gewissheit sagen,
selbst wenn es so einen Dudelsack vielleicht doch nie gegeben hat, wer weiß,
kann man damit auf jeden Fall eine ganze Menge Spaß haben,
Menschen begeistern und - was gibt es Besseres?

Mittlerweile gibt es erfreulicherweise recht viele Musikgruppen (fast sämtlicher Musikrichtungen!),
die auf ähnlichen Instrumenten spielen, In Extremo, Corvus Corax, Wolgemut und Tanzwut seien als Beispiele genannt.

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Die Drehleier

Die Drehleier, auch Radleier genannt, ist, auch wenn sie nicht so aussieht, ein Streichinstrument.
Sie verfügt über mehrere Seiten, die von einem eingebauten Rad angestrichen werden,
dass mittels einer Kurbel gedreht wird.
 

Die Drehleier des Pfeyffers

In der Regel hat sie ein bis zwei "Bordunsaiten", Basssaiten, die einen konstanten, tiefen Grundton von sich geben.
Eine weitere, dünnere Bordunsaite liegt auf einem Steg auf, der nicht am Korpus befestigt ist,
sondern durch die Saite nach unten gedrückt wird. Dreht man kurzfristig schneller am Rad, fängt dieser Steg an,
auf der Oberfläche des Korpus zu vibrieren, was einen schnarrenden Ton erzeugt.
Diese Saite nennt sich daher: Schnarre!
Die Melodie wird mit den ein bis zwei Melodiesaiten erzeugt, deren schwingende Länge mit mechanischen Tasten
verkürzt und so eine Melodie erzeugt werden kann.

Da die Bordunsaiten einen konstanten, tiefen Brummton erzeugen und zum anderen auch die Melodiesaiten
dauerhaft Töne erzeugen erinnert der Klang stark an den der Sackpfeife.

Als "Organistrum" ist die Drehleier schon im zehnten Jahrhundert bekannt gewesen,
die frühesten bekannten Darstellungen stammen aus dem zwölften Jahrhundert.
Eine Blütezeit erlebte die Drehleier an den französischen Adelshöfen des 18. Jahrhunderts
.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Drehleier in weiten Teilen Europas verbreitet, bis sie,
ähnlich wie die Sackpfeife, dem Zahn der Zeit, sprich der moderneren Musik und ihren vielseitigeren Instrumenten,
wie z.B. der Geige, zum Opfer viel.
Heute kann man sie noch in der Volksmusik Zentralfrankreichs, Nordspaniens und in einigen östlichen Ländern finden.
Und beim Pfeyffer!

Die sehr schöne Drehleier vom Pfeyffer wurde von Ralf Helmut Seibert aus Diehlheim bei Heidelberg gebaut.
Helmut entwirft und baut laufend neue Modelle an Drehleiern -
das Modell, das der Pfeyffer spielt, existiert in dieser Form nur zweimal auf dieser Erdenscheibe!
Besucht ihn doch mal: www.saitenklang.de

Hinweis: Einige Informationen sind dem Wikipedia-Artikel "Drehleier",
http://de.wikipedia.org/wiki/Drehleier (13.09.2006) entnommen.

Weiterführende Seiten zum Thema:

www.drehleier-online.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Drehleier


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